Selbstverständlich waren die gesellschaftlichen Verhältnisse zu Beginn des letzten Jahrhunderts für Frauen ausgesprochen kritikwürdig. – Seitdem hat aber längst MASSIVE Änderungen – jedenfalls in den entwickelten westlichen Industrieländern gegeben.
Selbstverständlich ist es moralisch und juristisch inakzeptabel, wenn ein Frau von einem Mann oder mehreren Männern mit brutaler Gewalt oder Androhung von brutaler Gewalt zum Sex gezwungen wird. Aber es ist eben nicht etwa so, dass eine Mehrheit der Männer solche Taten begeht und auch nicht, dass das Kollektiv aller Männer für solche Taten die Verantwortung trägt. Und es ist auch nicht so, dass man den Definitionsrahmen des Begriffes Gewalt beliebig ausweiten kann.
Es ist hier und da nicht so, dass jemand alles als Gewalt hinstellen kann, was einem am Verhalten eines Mitmenschen nicht hundertprozentig behagt. Denn auch der Mitmensch hat Freiheitsrechte und nicht nur man selbst. Das gilt für Männer und Frauen und sonstige in absolut gleicher Weise.
Selbstverständlich darf und soll es nicht sein, dass Männer ihre idR natürliche körperliche Überlegenheit nutzen und etwa im häuslichen Bereich nach Belieben ihre „Partnerinnen“ verprügeln, wenn ihnen nur irgendwie danach ist. Auch solche Taten werden nicht von etwa von einer Mehrheit von Männern begangen und ist auch nicht die Schuld aller Männer. Aber die individuellen Täter müssen für ihre Taten natürlich zur Rechenschaft gezogen werden und an der Fortsetzung ihres Tuns gehindert.
Dabei kann es natürlich auch nicht so sein, dass es von vornherein als unmöglich gilt, dass Frauen in „Partnerschaften“ Männern gegenüber handgreiflich sind.
Wenn Frauen für exakt die selbe berufliche Tätigkeit weniger Lohn erhalten, muss man das kritische sehen. Es hat solche Verhältnisse in unseren Breiten tatsächlich des öfteren gegeben: „Leichtlohngruppen“ usw. Allerdings ist es trotzdem kein Riesenskandal, wenn Frauen heutzutage statistisch gesehen „immer noch“ einige Prozentpunkte weniger verdienen als Männer – wenn die Grundlage dafür ist, dass Männer und Frauen klassischerweise unterschiedliche Berufe ergreifen und klassischerweise auch weniger konstant für das Berufsleben zur Verfügung stehen.
Mann studiert Maschbau, Frau Kunstgeschichte und verlangt dann gleichen Verdienst: geht nicht. Mann arbeitet hart als Maurer, Frau als Frisörin (auch ein Beruf mit gewissen Ansprüchen – aber eben doch nicht vergleichbar) und verlangt dann den gleichen Verdienst: geht genauso wenig.
Die Sexualmoral war „früher“ Frauen gegenüber durchaus massiv heuchlerisch. Männer hatten im Zweifel relevant höhere Freiräume (wenn auch alles andere als uneingeschränkt). Heute haben eher Frauen die größeren Freiräume – während Männern mMn um so Einiges häufiger mit Heuchelei begegnet wird als Frauen (jedenfalls in den entwickelten westlichen Industriegesellschaften).
An bestimmten Punkten ist und war die Forderung nach Erfüllung bestimmter Frauenrechte absolut legitim. Ab einem bestimmten Punkt kippt mMn die Legitimität solcher Forderungen. Und diese Unterschiede müssen deutlich gemacht werden!